Warum Wiederverwertung wichtig ist? Dinge, die keiner mehr braucht, liegen oftmals in der hintersten Ecke irgendeiner Kommode oder eines Schranks herum und bekommen keine Beachtung mehr. Verpackungsmüll landet oftmals direkt in der Tonne und Altglas wird zum Container verfrachtet, um dieses sachgemäß zu recyceln. Doch warum schmeißen wir die Dinge einfach weg? Es gibt viel besseres, was man mit alten und nutzlos erscheinenden Gegenständen noch machen kann. Und das zeige ich euch heute!

Was bedeutet Upcycling?

Upcycling? Was soll denn das sein? In dem Wort steckt der Begriff Recycling und deutet damit auf die Wiederverwertung eines Gegenstandes hin. Up dürfte hier auf das Upgrade hindeuten – denn im Gegensatz zum Recycling geht beim Upcycling der Wert des Gegenstandes nicht verloren! Vielmehr verbessert man sogar den Ursprungswert.

Die Hintergründe des Upcyclings sind eigentlich recht einfach: Man möchte der Umwelt etwas Gutes tun. Und dies geschieht, indem bereits vorhandene Dinge aufgewertet oder abgeändert werden und ihnen somit ein neues Leben geschenkt wird.
Damit wird der Wegwerfgesellschaft, in welcher wir leben, getrotzt. Denn in einer Welt, die sich immer schneller weiter entwickelt, wird auch immer schneller und mehr produziert. Dies führt zu einem Überfluss an Materialien und Dingen – viele davon landen nahezu unbenutzt wieder im Müll. Upcycling setzt genau da an und versucht, aus alten Dingen neue zu schaffen.

Aus alt mach neu: Milchkartons eignen sich auch als eine Art Blumentopf / by Noah Eleazar

Wiederverwertung kommt der Umwelt zugute

Das Upcycling sorgt dafür, dass weniger Müll produziert wird. Verschiedenste Gegenstände wie Fahrradschläuche, Plastikmüll oder alte Kleidung werden zu neuen Dingen aufbereitet. Dabei verlieren die alten oftmals ihre ursprüngliche Bedeutung: Man verändert auf kreativem Wege also den ursprünglichen Nutzen eines unbrauchbaren Gegenstandes, um diesem eine neue Aufgabe zu geben. Dies kann ganz verschieden aussehen, kommt am Ende aber immer der Umwelt zugute. Denn Upcycling fördert die Kreislaufwirtschaft. Upcycling funktioniert als Privatperson aber auch als Organisation:

Organisationen wie 4Ocean treiben das Upcycling-Game noch einmal auf ein ganz anderes Level. Denn diese Organisation hat es sich zur Aufgabe gemacht, Plastikmüll aus den Meeren zu sammeln und dieses Plastik dann in Schmuck zu verarbeiten. Die Erlöse der verkauften Dinge werden dann wieder in das Reinigen der Meere investiert. Es lohnt sich auf jeden Fall mal einen Blick auf die Webseite zu werfen!

Aber auch privat kann jeder was zum Upcycling beitragen und selber kreativ werden. Denn es gibt verschiedenste Möglichkeiten, was man selber aus alten, scheinbar unbrauchbaren Materialien zaubern kann!

Upcycling – Was tun mit altem Zeug, das keiner mehr will?

Für das Eigenheim gibt es unfassbar viele Ideen, wie man aus alten Dinge neues Leben gewinnen kann. Denn Upcycling ist total vielfältig – der eigenen Kreativität sind hierbei keinerlei Grenzen gesetzt.

Einfache Wiederverwertung mit Stil

Wer es anfangs erst einmal langsamer angehen möchte, der kann mit ganz wenigen Handgriffen aus alten Gläsern neue Blumenvasen zaubern.
Dies funktioniert mit jeglicher Art und Form von Glas: Ein alter Deo-Roller, kleine Alkoholfläschchen, Marmeladengläser oder oder oder.. der Fantasie sind hierbei keine Grenzen gesetzt. Hauptsache die Größe der Blümchen passt am Ende mit der des Glases überein 😉

Altglas eignet sich super als Blumenvasen-Ersatz / by Irene Strong
Möbel bauen – Europaletten wiederverwenden

Ja, der Palettentrend ist schon fast zu einem Wahn geworden. Nahezu in jedem zweiten Haushalt findet man immer wieder Möbel, die aus den bekannten Europaletten zusammengezimmert wurden. Während die einen dies schon als Mainstream abstempeln würden, bezeichnen andere das Selberbauen von Palettenmöbeln als Umweltschutz. Dies macht aber nur Sinn, wenn dafür wirklich alte Paletten verwendet werden, die vorher bereits in Gebrauch waren. Denn wenn neue Paletten aus dem Baumarkt für den Bauspaß gekauft werden, dann hat das Ganze auch nichts mehr mit Upcycling zu tun.

Am Ende macht das Zusammenbauen der Paletten aber vor allem Spaß. Mit etwas Geschick und Kreativität lassen sich eine Reihe verschiedener Dinge aus Paletten anfertigen: Weinregale, Betten, Gartenbänke und Couchtische sind hier nur als eine kleine Auswahl zu nennen.

Paletten können für viele verschiedene Dinge eingesetzt werden – z.B. als Insektenhotel / by Mika Baumeister
Müll muss weg! Stimmt doch gar nicht!

Viel zu viele Dinge, die wir regelmäßig erwerben, kommen mit Unmengen Verpackungsmüll. Dieser wird meist direkt in die Tonne geworfen. Was viele nicht wissen: Ein beachtlicher Teil unseres Plastik – und Verpackungsmülls kann gar nicht vollständig recycelt werden.
Wieso das Ganze dann nicht ab und zu einfach selbst in die Hand nehmen?

Alte PET- oder auch Shampooflaschen lassen sich nämlich kinderleicht zu neuen, praktischen Dingen umwandeln. Die Wiederverwertung scheint hier beinahe grenzenlos!
Egal, ob Blumentopf, Zahnputzbecher, Stiftehalter oder sogar Federmäppchen. Mit nur wenigen Mitteln lässt sich das Plastik schnell umfunktionieren. Hier bekommt ihr einige Inspirationen sowie die dazugehörigen Schritt-für-Schritt-Anleitungen zu sehen. Schaut mal rein!

Aber nicht nur Plastikflaschen, sondern auch Konservendosen lassen sich kinderleicht zu farbenfrohen Blumentöpfen umfunktionieren. Dies spart nicht nur Müll, sondern hindert euch auch, neue Töpfe zu kaufen. Denn wieso muss immer alles neu sein, wenn man das gleiche sogar selber machen und dabei noch Spaß haben kann?
Neben Blumentöpfen könnt ihr die Dosen ebenfalls als kleine Gefäße umfunktionieren. In diesen lassen sich super kleine Hygieneartikel fürs Bad oder sogar Bonbons verstauen. Hübsch aussehen tun die Konserven nach ihrer Restaurierung allemal! Infos dazu findet ihr hier!

Wieso also nun Wiederverwertung?

Upcycling hat viele Vorteile. Einige sollten dir nun klar geworden sein. Denn in erster Linie ist Upcycling einfach wichtig für die Umwelt. In unserer Welt wird so viel produziert und viele Menschen haben den Drang, immer wieder neue Produkte zu erwerben. Dabei kommt es immer wieder zu Überproduktionen und vor allem Verschwendung von Materialien. Denn oftmals landen viele Dinge schon wieder im Müll, bevor sie überhaupt richtig verwendet -oder im Fall von Kleidung– getragen worden sind.

Upcycling stellt sich dieser Bewegung entgegen und setzt neue Standards. Denn wieso neu, wenn das erneuerte und alte Produkt viel mehr Charme hat? Mit selbst gemachten Dekoartikeln, Haushaltsgegenständen oder sogar Kleidung, können wir unbrauchbaren Dingen noch mal neuen Glanz verleihen und uns viel länger als gedacht an ihnen erfreuen!

Nicht nur, dass das Wiederverwenden dafür sorgt, dass wir mehr über unseren Konsum und auch die Müllproduktion nachdenken: Der Verzicht des Neukaufs und das selbstständige Erneuern von alten Dingen spart uns oftmals sogar Geld. Gleichzeitig kann man am Ende stolz auf seine eigene Leistung sein und freut sich vermutlich viel mehr über das selbstgemachte Stück als über das gekaufte Pendant.

In Zeiten wie diesen, bietet die Wiederverwertung zudem eine gute Möglichkeit, um sich die Zeit in den eigenen vier Wänden zu vertreiben. Denn wenn man mal wieder eine gute Möglichkeit sucht, um sich vor dem Hausputz oder dem Home-Workout zu drücken, dann ist das Designen neuer Haushaltsartikel doch eine gelungene Ausrede. Oder nicht? Falls du noch mehr Ausreden und Ablenkungen suchst, dann bist du hier vielleicht richtig!

Quellen

https://www.diy-academy.eu/einrichten-gestalten/upcycling/kategorie/weitere-upcycling-ideen/artikel/upcycling-aus-dosen/

https://www.solebich.de/wohnen/upcycling

https://www.ecomonkey.de/magazin/was-ist-upcycling-definition-beispiele/

https://www.nachhaltigkeit.info/artikel/upcycling_2004.htm

https://gorilla.green/upcycling-fashion/

https://www.kindersache.de/bereiche/wissen/natur-und-mensch/was-ist-upcycling