Nachhaltige Mode ist eigentlich genauso wichtig wie nachhaltige Ernährung und ein Bewusstsein bezüglich der eigenen Müllproduktion. Doch dieses Thema findet vergleichsweise noch wenig Anklang in der Bevölkerung. Viele sind sich den Ausmaßen unserer Modeindustrie und der dazugehörigen Großkonzerne kaum oder gar nicht bewusst. Manche wollen eventuell auch gar nichts davon wissen und nehmen die mit der Modeindustrie einhergehenden Missstände einfach so hin.
Dabei ist das Thema der nachhaltigen Kleidung ein sehr wichtiges und sollte unbedingt in der breiten Masse der Bevölkerung beachtet werden.

Was bedeutet nachhaltige Mode genau?

Nachhaltige Mode ist Kleidung, die bewusst mit Blick auf faire Bedingungen für Umwelt und Lebewesen hergestellt wird. Unter dem Begriff “Slow Fashion” steht nachhaltige Kleidung auch eben für einen bewussten Modekonsum. Denn immer wieder flimmern neue “Sale”- oder “New Collection”-Schilder in den Schaufenstern, die die Kunden zum Kauf neuer Kleidung animieren sollen.
Immer wieder werden die Shopping-Herzen schwach, weshalb Großkonzerne nahezu jeden Monat neue Kollektionen erfolgreich vermarkten und verkaufen.

“Fast Fashion” sorgt jedoch dafür, dass viele Menschen mehr Kleidung kaufen, als sie tragen können. Viel zu viele Kleidungsstücke landen nach nur einem Mal Tragen in der hintersten Schublade der Kommode. “Fast Fashion” hat jedoch einige negative Auswirkungen auf unsere Umwelt:

  1. “Fast Fashion” wird möglichst schnell und billig in Entwicklungsländern produziert. Die Schneider:innen arbeiten oft lange und hart und das unter schlechten Arbeitsbedingungen.
  2. Wir sortieren oder entsorgen die Kleidung so schnell wie wir sie gekauft haben. Die Herstellung und der Verschleiß sorgen für extrem viel Abfall. Insbesondere der Plastikmüll, der nicht wiederverwendet werden kann und irgendwann in die Umwelt und Meere gelangt, ist problematisch.
  3. Pestizide, die bei der Produktion verwendet werden, verschmutzen die Umwelt.
Sale-Reklame / by Claudio Schwarz
“Slow Fashion” will bewusster sein

“Slow Fashion” setzt jedoch dort an, wo “Fast Fashion” problematisch zu beurteilen ist. Denn nachhaltige Mode schafft langlebige Kleidungsstücke, die von hoher Qualität sind. Die Kleidungsstücke sollen möglichst lange getragen werden und gehen nicht mit jedem Trend. Das heißt jedoch nicht, dass “Slow Fashion” nicht modern ist. Dieses Vorurteil werden wir gleich noch aus dem Weg räumen.

Es bedeutet viel mehr, dass bei der Herstellung der Kleidung eben auf Umwelt, Mensch und Tier geachtet wird. Die Materialien der Kleidung kommen aus biologischem Anbau und auch aus biologischer Tierhaltung. Pestizide und Düngungsmittel kommen nicht zum Einsatz.

Bei der Herstellung nachhaltiger Mode werden zudem Ressourcen geschont. Dabei werden weniger Wasser und Energie verbraucht. Schnell wachsende Rohstoffe wie Bambus oder sogar Ananasblätter können zu Stoff verarbeitet werden.

Ein fairer Handel mit den Produkten sowie eine angemessene Bezahlung und faire Arbeitsbedingungen sind ebenso essentiell für Nachhaltigkeit in der Modeindustrie. Zusätzlich hat der Kaufende die Gewissheit, keine Kinderarbeit zu unterstützen. Besonders mit dem Fairtrade-Siegel deklarierte Produkte versprechen faire Bedingungen rund um das Kleidungsstück.

Kurze Transportwege und eine lokale Herstellung von Mode sind ebenfalls Faktoren, die für eine nachhaltige Produktion sprechen.

Wie und wo finde ich nachhaltige Mode?

Vielleicht ist es dabei von Vorteil, wenn wir den Begriff der Nachhaltigkeit vorab erst einmal in Bezug zur Modeindustrie setzen. Denn es gibt schlussendlich doch viele Unterschiede, die es zu klären gilt. Denn Nachhaltigkeit bedeutet keinesfalls immer das Gleiche:

Faire Mode

Dieser Begriff beschreibt, dass das erworbene Produkt für faire Arbeitsbedingungen steht. Dementsprechend kann sich der Konsument darauf verlassen, dass alle Arbeiter:innen, die an dem Kleidungsstück gewerkelt haben, faire Löhne bekommen, einen sicheren Arbeitsplatz haben und akzeptablen Arbeitsbedingungen ausgesetzt sind.

Eco- oder Green-Fashion

Diese Begriffe verdeutlichen, dass die Kleidung ökologisch nachhaltig hergestellt wurde. Damit geht auch der Verzicht von Pestiziden und jeglichen schädlichen Düngemitteln einher.

Eco-Fair

Dieser Begriff vereint die ersten beiden und steht damit nicht nur für ein Produkt, das unter fairen Bedingungen produziert, sondern eben auch aus ökologisch nachhaltigen Materialien hergestellt wurde.

Faire Mode zu erkennen ist also gar nicht so einfach. Jedoch gibt es mittlerweile einige Siegel, die den Einkauf nachhaltiger Kleidung erleichtern. Trotzdem ist es manchmal gar nicht so leicht, sich in der Vielfalt der unterschiedlichen Siegel zurechtzufinden.
Neben großen Siegeln wie das Global-Organic-Textile-Siegel, das für eine ökologische und sozial nachhaltige Produktherstellung steht oder auch die Fairtrade-Siegel, die für fair hergestellte Baumwolle oder faire Arbeitsbedingungen stehen können, gibt es auch nicht-zertifizierte Siegel, die eine faire Herstellung versprechen. Hier lohnt es sich, einfach die Siegel im Internet nachzuschlagen oder Informationen direkt im Geschäft zu erfragen. Um schnell die richtigen Informationen zu den jeweiligen Siegeln zu erhalten, lässt sich die Seite Siegelklarheit klar empfehlen.

Mit wenig Geld nachhaltig shoppen?

Ja, dass faire Kleidung häufig einen höheren Preis hat als “Fast Fashion” aus den großen Ketten, ist kein Geheimnis. Was uns vielleicht überteuert oder sehr, sehr hochpreisig vorkommen mag, sollte uns jedoch die Augen öffnen. Denn dies zeigt ja nur, unter welch schlechten Bedingungen und mit welch katastrophalen Materialen der Großteil unserer Kleidung eigentlich hergestellt wird.
Dennoch bieten auch Großkonzerne mittlerweile immer mehr Bio-Linien in ihrem Sortiment an. Dies ist vergleichsweise oftmals noch günstiger als Mode aus kleineren Shops, die sich 100-prozentig auf nachhaltige Kleidung spezialisiert haben. Kauft man vermehrt Bio-Kleidung größerer Konzerne, so lässt sich auf Dauer auch vielleicht an dieser Stelle zu einem Umdenken in der Produktion anregen.

Auto mit Wegweiser / by Chrissie Kremer

Alternativ hat natürlich jede:r die Möglichkeit in Secondhand-Stores einzukaufen. Denn dort lassen sich häufig noch richtige Schätze finden, die noch top in Ordnung sind. So lässt sich ein frühzeitiges Wegwerfen von noch intakter Kleidung vermeiden, wodurch man gleichzeitig mit seinem Kauf den Umweltschutz unterstützt. Der Vorteil hierbei ist natürlich auch der reduzierte Preis im Vergleich zum Neukauf. Das heißt, Secondhand-Mode hat durchaus viele Vorteile und wird zurecht immer beliebter – auch bei der jüngeren Generation!

Nachhaltigkeit umfasst nahezu jede Sparte unseres Alltags. Es lohnt sich definitiv auch im Bereich der Mode ständig die Augen offenzuhalten und sich nach umweltfreundlichen Alternativen umzuschauen. Ob bei privaten Kleidertauschparties, dem Secondhand-Store um die Ecke oder auch im Internet: Mittlerweile gibt es unzählige Möglichkeiten, seinen Kleidungsstil umweltfreundlicher zu gestalten!

Quellen

https://www.mybestbrands.de/guides/was-bedeutet-nachhaltigkeit-in-der-mode/

https://www.sympatex.com/blog/de/textilkreislauf/nachhaltige-textilien-modemythos-oder-laengst-ueberfaellige-trendwende/

https://fuehldichgutstil.de/tipps-trends/nachhaltige-mode-kriterien

https://www.kindersache.de/bereiche/wissen/panorama/was-ist-nachhaltige-mode

https://www.spiegel.de/stil/slow-fashion-das-macht-nachhaltige-mode-aus-a-1258459.html

https://www.womenshealth.de/fashion/mode-trends/wie-man-nachhaltige-mode-stylisch-aber-bewusst-konsumiert/