Es ist sehr wichtig, dass wir Menschen lernen, dass Mehrwegverpackungen essentiell sind, um unsere Umwelt zu schützen. Denn wir Menschen produzieren eine ganze Menge Abfall. 2019 kamen auf jeden Deutschen durchschnittlich schon 72 Kilogramm Verpackungsmüll. Unter Verpackungsmüll fallen beispielsweise Kunststoffe, Glas und Altpapier. 32 dieser 72 Kilogramm waren Leichtverpackungen wie eben Kunststoffe, Leichtmetalle oder Verbundmaterialien.
Glücklicherweise konnten im Schnitt drei Viertel des gesamten Verpackungsmülls recycelt werden. Dennoch produzieren wir Menschen einfach zu viel Müll – und daran muss sich etwas ändern. Denn mittlerweile gibt es schon viele verschiedene Alternativen im Mehrwegbereich, die unserer Umwelt zu Gute kommen.

Mehrweg – Bald eine Pflicht?

In diesem Jahr wurde von der Bundesregierung eine Änderung des Verpackungsgesetzes beschlossen. Diese Änderung soll zum einen Rohstoffe schonen und zum anderen Abfälle reduzieren. Das neue Verpackungsgesetz umfasst verschiedene Eckpunkte und Forderungen, die jedoch alle dafür sorgen sollen, dass unserer Umwelt geholfen wird.

Pfandflicht

Ab dem Jahr 2022 soll eine Pfandpflicht gelten, die sowohl für alle Einwegflaschen aus Kunststoff als auch für Getränkedosen gilt. Die Pfandpflicht soll ab dem Jahr 2024 sogar für Milchgetränke, die in Plastikflaschen vertrieben werden, gelten.
Eine Pfandpflicht auf alle Plastikflaschen ist sehr sinnvoll. Denn nur so können die Kunststoffe bestmöglich recycelt und zur Herstellung neuer Flaschen oder Textilien verwendet werden.

Zusätzlich zur Pfandpflicht sollen ab 2023 alle Kunststoffflaschen aus mindestens 25% recycelten Materialien bestehen (ab 2030 aus mindestens 30%).

Mehrwegpflicht für die Gastronomie

Ebenfalls ab dem Jahr 2023 sind Gastronomiebetriebe, die eine größere Ladenfläche als 80 m2 aufweisen, dazu verpflichtet, neben ihren Einwegverpackungen eben auch Mehrwegverpackungen anzubieten. Dies soll bewirken, dass bei To-Go-Speisen oder dem Lieferservice überflüssiger Plastikmüll reduziert und vermieden wird.

Ebenfalls soll es Kunden möglich sein, ihre eigenen Behältnisse mitzubringen, in welche dann ihre Bestellungen eingefüllt werden können. Dies sorgt ebenfalls für noch weniger Müll!

Aber Achtung: Nicht falsch verstehen! Die Mehrwegpflicht bedeutet eben nicht, dass Einwegverpackungen verboten werden. Die Mehrwegverpackungen sollen eben als Ergänzung angeboten werden müssen. Ein Verbot zum Nutzen von Einwegverpackungen gibt es bisher nicht. Deshalb ist es wichtig, die Betriebe auf die Mehrwegverpackungen selbstständig hinzuweisen, um der Umwelt etwas Gutes zu tun und den eigenen Plastikmüll zu reduzieren.

Plastikmüll gelangt immer wieder in unsere Umwelt / by Brian Yurasits

Welche Einwegprodukte sind verboten?

Das Bundeskabinett hat ein Verbot beschlossen, dass sogenannte Wegwerfprodukte aus Plastik verboten werden sollen. Unter Wegwerfplastik versteht man zum Beispiel Strohhalme, Plastikbesteck, oder Trinkbecher für To-Go.

Warum dieses Verbot gut ist? Naja, wir Menschen sind aufgrund unseres Alltags (abgesehen von der momentanen Situation) immer mehr unterwegs. Da kauft man sich schon mal schnell einen Snack für den Weg oder auch ein Getränk zum Mitnehmen. Lebensmittel werden dabei jedoch oft in Plastikverpackungen verkauft, die unsere Umwelt belasten.

Die neue Verordnung sieht vor, Einwegprodukte aus Kunststoff, die aus fossilen Rohstoffen hergestellt werden, zum Schutze der Umwelt zu verbieten. Denn diese Kunststoffverpackungen bleiben bei falscher Entsorgung für sehr lange Zeit in der Umwelt. Gleichzeitig greift das Verbot aber auch für Teller und Becher aus Bioplastik oder biologisch abbaubaren Kunststoffen.

Diese Produkte sind ab dem 03. Juli 2021 verboten

In der EU ist es ab dem 03. Juli diesen Jahres verboten, Einwegplastik herzustellen. Diese Einwegprodukte aus Kunststoff sind dann nicht mehr erlaubt:

  • Wattestäbchen
  • Einwegbesteck
  • Teller
  • Becher
  • Luftballonstäbe
  • Kaffeerührstäbe
  • Strohhalme
  • Essensverpackungen und To-Go-Behälter aus Styropor
Einwegplastik schadet der Natur maßgeblich / by Fly:D

Welche Mehrwegverpackungen gibt es alternativ?

Mittlerweile gibt es bereits viele Firmen, die sich damit auseinandersetzen, bestmögliche Alternativen zum konventionellen Wegwerfplastik zu entwickeln. Und das funktioniert teilweise schon total gut. Denn wo es bereits mehrere Start-Ups gibt, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, Mehrwegsysteme für die Gastronomie zu entwickeln, so gibt es auch einige, die sich umweltfreundliche Verpackungen ausdenken. (Schaue bei Interesse zu den Mehrwegsystemen gerne einmal bei unserem Podcast mit Vytal.org vorbei!)

Natürlich ist es nicht machbar, von jetzt auf gleich den Gebrauch von Plastikverpackungen komplett zu verbieten. Doch deshalb ist es umso wichtiger, dass sich immer mehr Menschen mit dem Thema auseinandersetzen, damit umweltfreundliche Alternativen gefunden und verbreitet werden können. Einige dieser möchte ich euch jetzt vorstellen.

Einweggeschirr aus Weizenkleie

Die polnische Firma biotrem stellt Einweggeschirr und -besteck aus Weizenkleie und Wasser her. Das Geschirr ist vollständig biologisch abbaubar – und das in nur 30 Tagen bis zur vollendeten Zersetzung! Die biotrem-Produkte bestehen also aus rein natürlichen Rohstoffen.
Für die Herstellung von 10.000 Tellern oder Schalen wird im Gegenzug nur eine Tonne essbare Weizenkleie benötigt. Zudem ist das Geschirr aus Weizenkleie backofen- und mikrowellenfest und damit ein ganz schöner Allrounder.

Einweggeschirr im Take-Away-Bereich

Es ist natürlich wichtig, auf den eigenen Verpackungsmüll beim Einkauf zu achten. Gleichzeitig ist es natürlich besonders vorteilhaft, wenn der Verpackungsmüll vom Lieferservice sogar kompostierbar ist. Die Produkte von Be Green sind tatsächlich kompostierbar und für den Lieferservice hergestellt. Die Entsorgung der Verpackung ist ganz einfach im eigenen Biomüll oder auf dem Komposthaufen möglich. Hergestellt werden deren nachhaltige Produkte aus Bambus, Rohrkolben und Bagasse (faserige Überreste von verarbeitetem Zuckerrohr/Zuckerhirse).

Die Firma BioMass Packaging trägt mit ihren Produkten zum Umweltschutz bei und gestaltet damit den Take-Away-Bereich möglichst nachhaltig. Die Produkte bestehen aus Palmblättern, Fruchtfleisch oder recyceltem Papier. Das breite Angebot umfasst neben verschiedensten Tellern, Schalen und Bechern auch besteck, Servietten und Transportboxen.

Nachhaltige Verpackungen

Die Firma Bio4Pack stellt nachhaltige Verpackungen für Produkte, welche im Laden erworben werden können, her. Für die Herstellung ihrer Produkte setzt die Firma auf einen verantwortungsbewussten Umgang mit fossilen Brennstoffen, da nämlich hauptsächlich nachwachsende Rohstoffe zur Herstellung der Produkte verwendet werden. Dadurch werden die Produkte nachhaltig und kompostierbar.

Die Verpackungen aus Polymilchsäure sehen aus wie die herkömmlichen Kunststoffverpackungen, in denen wir entweder Erdbeeren oder auch Fleisch finden. Doch für die Herstellung der stärkebasierten Verpackungen, werden nur Pflanzen aus nachhaltigem Anbau verwendet. Dabei wird auf einen möglichst geringen CO2-Verbrauch geachtet.

Immer mehr Restaurants setzen glücklicherweise auf nachhaltigere Verpackungen / by Quin Engle

Fazit

Mehrwegverpackungen sind essentiell, um unsere Umwelt und Natur zu schützen. Unnötiges Einwegplastik trägt massiv zur Umweltverschmutzung bei. Das sollte jedem bewusst sein. Denn am Ende sind es vor allem wir Endverbraucher, die mit unseren Entscheidungen und unserem Handeln entscheiden, welche Produkte wir kaufen und wie wir mit dem Müll anschließend umgehen.

Mit dem neuen Verpackungsgesetz der Bundesregierung wird es hoffentlich bald möglich sein, nahezu überall auf nachhaltigere Alternativen beim Kauf von Speisen für unterwegs zurückgreifen zu können. Hierbei ist natürlich auch wieder Eigeninitiative gefragt, denn oftmals muss man selbst aktiv werden und explizit nach einer Mehrwegverpackung verlangen. Denn Einwegverpackung werden weiterhin bestehen bleiben und natürlich nicht von jetzt auf gleich vom Markt verschwinden.

Jeder fängt bei sich selbst an. So ist es auch wichtig, sich über mögliche Alternativen zu Einwegprodukten zu informieren. Denn ob beim Wocheneinkauf oder beim Picknick – oftmals greifen wir unbewusst zu Einwegprodukten, da diese leicht und umkompliziert für uns sind.
Es ist auch nicht notwendig komplett auf Einweggeschirr zu verzichten. Denn wie ich gezeigt habe, gibt es mittlerweile schon eine recht große Auswahl an Alternativen, die nicht nur für den Lieferservice interessant sind. Auch jede*r Einzelne kann sich nachhaltiges und kompostierbares Mehrweggeschirr besorgen, welches im Alltag vielfältig verwendet werden kann.


Quellen

https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2021/03/PD21_132_321.html;jsessionid=80CEA7AD9762DE8F1F560A0EE07AC699.live722

https://www.bundesregierung.de/breg-de/themen/klimaschutz/mehrweg-fuers-essen-to-go-1840830

https://www.bundesregierung.de/breg-de/themen/nachhaltigkeitspolitik/einwegplastik-wird-verboten-1763390

http://biotrem.pl/de/

https://begreenpackaging.com

https://www.bio4pack.com/de/

https://de.wikipedia.org/wiki/Bagasse