Der Export deutschen Mülls

Der Export deutscher Abfälle darf nur zu Verwertungszwecken, aber nicht zum reinen Deponieren erfolgen . Damit exportierter Müll als recycelt gilt, muss eben auch im Ausland das Recyceln in zertifizierten Anlagen nachgewiesen werden. Da dies jedoch meist nicht funktioniert, da die Kontrollsysteme im Ausland vergleichsweise eher mangelhaft sind, kommt es durchaus vor, dass nur ein Teil des exportierten Abfalls tatsächlich recycelt wird. Der Rest wird unter schlechten Umweltstandards verbrannt oder schlussendlich doch deponiert.

Dies bedeutet im Umkehrschluss, dass deutscher Müll durch die Verbrennung von exportiertem Plastikmüll für Emissionen verantwortlich ist und schlussendlich die Umwelt belastet. Denn die Schadstoffe unseres Mülls gelangen in den Exportländern nicht nur in die Luft und Böden, sondern eben auch in die Meere. Zusätzlich haben die einheimischen Bürger unter unserem Müll gesundheitlich zu leiden.

Umweltprobleme durch unsere Abfälle im Ausland

Bis 2017 gelangte der Großteil des exportierten Mülls nach China, wo aus dem Müll Rohstoffe gewonnen werden sollten. Ab Ende des Jahres 2017 sorgte China mit einer strengen Verunreinigungsgrenze jedoch für einen Importstopp. Davon war auch Deutschland betroffen. Darum wird ein Großteil des deutschen Abfalls nun in südostasiatische Länder abseits von China exportiert wird.

Im Jahr 2020 wurden 170.000 Tonnen Plastikmüll aus Deutschland nach Malaysia exportiert. Hierunter befinden sich vor allem gewerbliche Abfälle. Darunter fallen beispielsweise Produktionsabfälle oder große Mengen an Folien, die häufig von deutschen Großkonzernen des Einzelhandels stammen. Problematisch ist, dass in Malaysia auch hochwertige Kunststoffe auf Mülldeponien landen. Da diese Deponien auch kaum gesichert sind, gelangen Abfälle kinderleicht in die Umwelt. Auslöser sind meist starke Regenfälle oder Stürme, die den Müll bis in die Meere tragen können. 

Da es in Malaysia keine geregelte Müllwirtschaft gibt und Teile des Plastiks von Betrieben abgenommen werden, die gar nicht dafür befugt sind, werden Teile der Abfälle in provisorischen Deponien gelagert oder illegal in der Natur verbrannt. Das Verbrennen des Mülls geschieht meist in unmittelbarer Nähe zu Wohnsiedlungen. Die Einwohner dieser leiden oftmals unter dem damit einhergehenden Gestank und an gesundheitlichen Folgen wie beispielsweise Atemwegserkrankungen. 

Ein Exportverbot für deutsche Abfälle?

Vereine wie der NABU fordern deshalb, den Export von aus Deutschland stammendem Plastikmüll in Länder außerhalb der EU zu verbieten. Hierfür wäre eine stärkere Regulation der Exporte in Form von strengeren Kontrollen an Häfen oder auch Autobahnen von Nöten. Gefordert wird außerdem, dass nur noch sortierte Abfälle exportiert werden sollten. Denn diese sind vergleichsweise deutlich einfacher zu recyceln. Diese Regulation hätte gleich mehrere Vorteile:

Zum einen würde sich durch das Exportverbot nach Asien natürlich die soziale und auch die ökologische Lage in den Importländern verbessern können. Denn die falsche Lagerung und Verbrennung der Abfälle sorgt für gravierende negative Einflüsse auf die Natur und die dort lebenden Menschen
Das eigene Recycling-Kreislaufsystem würde durch das Exportverbot gestärkt werden. Denn ein reduzierter Müll-Export würde bedeuten, dass mehr Müll innerhalb Deutschlands recycelt werden muss und sogar allgemein weniger Abfall produziert wird.

Müllreduktion im Alltag

Da insbesondere die Verpackungsindustrie durch die vielen Einwegprodukte Auslöser für die riesigen Müllberge ist, wird es Zeit, die Plastikproduktion zu regulieren. Denn auch, wenn sich ein immer größeres Bewusstsein bezüglich des Plastikverbrauchs und des Umweltschutzes auf der Verbraucherebene entwickelt, sind insbesondere die Unternehmen und Konzerne gefragt, ihre Produkte an die Kundenbedürfnisse anzupassen.

Am Ende ist deshalb vor allem das Zusammenspiel von Kunden und Unternehmen wichtig. Denn wenn jede:r einzelne versucht, seinen Plastik- und Müllverbrauch zu reduzieren, dann sind Unternehmen auch gezwungen, auf die Kundenwünsche einzugehen und tendieren dann bestenfalls auch zu nachhaltigeren Verpackungs-Alternativen, sodass am Ende der Plastikmüll von vorn herein reduziert wird und ein Export in andere Länder verhindert werden kann.

Quellen

https://www.bmu.de/meldung/das-bmu-klaert-auf-zum-thema-plastikrecycling/

https://www.dw.com/de/wieso-deutscher-müll-eben-doch-im-meer-landet/a-47198039

https://www.nabu.de/umwelt-und-ressourcen/abfall-und-recycling/26205.html