Der ökologische Pfotenabdruck ist das tierische Pendant zu dem ökologischen Fußabdruck von uns Menschen. Dieser gibt an, wieviel Fläche auf der Erde pro Mensch in Anspruch genommen wird, um dessen individuellen Lebensstil dauerhaft möglich zu machen. Der ökologische Pfotenabdruck unserer tierischen Gefährten wird maßgeblich durch uns Menschen geprägt. Denn die Art und Weise wie wir mit unseren Haustieren umgehen, was wir ihnen zu fressen geben usw. beeinflusst das Einwirken unserer Tiere auf unsere Erde.

Umweltschutz betrifft auch unsere Vierbeiner

Immer mehr Menschen machen sich Gedanken bezüglich ihrer Ernährungsweise und verzichten immer häufiger auf Fleisch und bemühen sich, auf Plastik zu verzichten. Wenn uns dies bei vielen Teilen unseres Alltags gelingt, bleibt häufig doch ein Thema eher außen vor: Unsere Haustiere!

Der ökologische Pfotenabdruck unserer treuen Begleiter ist im Thema Umweltschutz nicht außer Acht zu lassen. Denn Hunde und Katzen sind nach wie vor Karnivoren, also Fleischfresser. Dass die Fleischindustrie einen äußerst negativen Einfluss auf unsere Umwelt und das Klima einnimmt, ist kein Geheimnis mehr. Doch unsere Haustiere sind natürlich nach wie vor auf ihre Nahrung und damit eben auch auf Fleisch angewiesen.

Dadurch dass sich immer mehr Menschen mit dem Thema der gesunden Ernährung auseinandersetzen, ist es kaum verwunderlich, dass sich auch immer mehr Menschen Gedanken zu der Ernährung ihrer Tiere machen. Je höher der Fleischanteil im jeweiligen Tierfutter ist, desto größer wird dadurch natürlich auch der ökologische Pfotenabdruck des Tieres. Denn Tierfutter, das vor allem Abfälle von für uns Menschen gezüchteten Schlachttieren enthält, nimmt einen geringeren Einfluss auf den ökologischen Pfotenabdruck.

Hund bettelt nach Trockenfutter / by Chewy

Der ökologische Pfotenabdruck in Zahlen

Durchschnittlich soll der ökologische Pfotenabdruck eines Hundes etwa 0.84 Hektar pro Jahr, und der einer Katze rund 0,15 Hektar betragen. Der ökologische Fußabdruck eines Deutschen beträgt etwa 5 Hektar pro Jahr.
Ein mittelgroßer Hund frisst im Laufe eines Jahres ungefähr 164kg Frischfleisch und 95kg Getreideprodukte. Um diese Mengen stemmen zu können, ist natürlich viel Anbaufläche nötig. Um ein Kilo Hähnchenfleisch zu produzieren ist allein schon eine Fläche von 43,4 Quadratmetern notwendig. Für den Anbau von einem Kilogramm Getreide sind 13,4 Quadratmeter nötig. Damit benötigt ein Hund eine Nutzfläche von 8.400 Quadratmetern pro Jahr.

Die weltweite Produktion von Tierfutter benötigt wohl um die 5 Millionen Hektar Land. Gleichzeitig werden etwa acht Kubikkilometer Wasser innerhalb eines Jahres dafür gebraucht.

Die CO2-Bilanz unserer Vierbeiner

Natürlich nimmt das Hundefutter und dessen Herkunft mit den größten Einfluss auf den ökologischen Fußabdruck unserer Haustiere. Insbesondere unsere Hunde tragen nämlich nicht nur zum allgemeinen Klimawandel bei, sondern beeinflussen dazu noch die Übersäuerung von Böden sowie die Wasserverschmutzung.

Die Ausscheidungen der Hunde wirken auf die Umwelt ein

Auch wenn es vielleicht ein eher unangenehmes Thema ist: Aber Hundekot und Urin sorgen dafür, dass Gebiete teilweise überdüngt und Wasser verschmutzt werden kann.
Ein Hund produziert in 13 Lebensjahren ungefähr 1.000 Kilo Kot und 2.000 Liter Urin. Das ist eine ganze Menge, wenn man bedenkt, dass in Deutschland aktuell ungefähr 10 Millionen Hunde leben!

Durch den Urin der Hunde kann es sogar dazu kommen, dass verschiedene Pflanzenarten ausbleiben und an Orten, wo sich viele Hunde herumtreiben, nicht mehr wachsen. Dies liegt am Stickstoff, der im Urin der Hunde enthalten ist; Nur wenige Pflanzen kommen mit diesem Stoff zurecht.

Brennnesseln können dem Stickstoff gut Stand halten / by Paul Morley
Hundekotbeutel in der Umwelt

Das unangenehme Thema der Häufchen unserer Hunde verfolgt uns noch ein klein wenig. Denn wenn man bedenkt, dass die in Deutschland lebenden Hunde jeden Tag mehrmals Gassi gehen, dann kommen pro Jahr mehrere Hunderttausende Tonnen Hundekot zusammen. Insbesondere in Städten werden die Hinterlassenschaften unserer Vierbeiner in Plastikbeutelchen entsorgt. Wenn diese in die Mülleimer geworfen werden, dann werden sie anschließend verbrannt. Ein Recyceln ist nicht möglich.

Leider werden immer wieder Hundekotbeutel ins Gebüsch geworfen oder auf andere Weise in der Natur entsorgt. Dass Plastik nichts in der Natur zu suchen hat, muss man -glaube ich- eigentlich niemandem erklären. Dass Plastik der Kotbeutel zersetzt sich nicht von allein, weshalb das Plastik dann ungefiltert in die Umwelt gelangt. Dies ist natürlich auch für frei lebende Tiere problematisch.

Viel Plastikmüll

Hunde- und Katzenfutter wird häufig in kleinen Konservendosen oder auch Aluminumschälchen verkauft. Wenn man bedenkt, dass pro Tier und Tag mehrere dieser Dosen verfüttert werden müssen, kommt im Monat schon eine ganze Menge an Abfall zusammen. Ein Mensch hat pro Jahr zwei Tonnen CO2 zur Verfügung, die für das Klima vertretbar sind. Ein Hund produziert pro Jahr etwa 630 kg CO2. Das heißt, dass ein Hundehalter ca. ein Drittel seiner CO2-Emissionen seinem Vierbeiner zuschreiben muss, um im vertretbaren Maße der CO2-Produktion zu bleiben.

Um dem Verpackungsmüll etwas besser entgegenzuwirken, lohnt es sich größere Dosen zu erwerben und die Portionen dann selbstständig einzuteilen. So sind kleine Dosen, die häufig schon die richtige Portionsmenge für das Haustier enthalten sollen, überflüssig.

Katzenstreu als Müllschleuder

Auch wenn die Katzen einen vergleichsweise kleinen ökologischen Pfotenabdruck haben, ist das Katzenstreu wohl eine echte Müllschleuder. Denn die Entsorgung von Katzenstreu, das mindestens ein Mal täglich gesäubert werden sollte, produziert eine große Menge Restmüll. Vor allem wenn man bedenkt, dass in Deutschland beinahe 15 Millionen Katzen leben. Da kommt am Ende einiges an entsorgtem Katzenstreu zusammen! Daher ist es wichtig, kompostierbares Streu zu kaufen. Dies ist am Ende deutlich umweltfreundlicher und besser zu entsorgen.

Katzen sind das beliebteste Haustier der Deutschen / by Ludemeula Fernandes

Den ökologischen Pfotenabdruck unserer Tiere verbessern

Haustiere sind Freunde, Familie und zugleich eine seelische Unterstützung. Dennoch ist es essentiell, dass man sich den Auswirkungen, die die Vierbeiner auf die Umwelt haben, bewusst wird. Um die Klimabilanz des eigenen Haustieres zu verbessern, können schon wenige Tipps behilflich sein:

Futter selber kochen

Da insbesondere das Hundefutter den ökologischen Pfotenabdruck negativ beeinflusst, lohnt es sich -zumindest ab und an- für den Hund selber zu kochen. Denn Fleisch aus biologischer Herstellung ist doch umweltfreundlicher als das, was im konventionellen Hundefutter steckt. Viele Rezepte lassen sich im Handumdrehen im Internet finden.

Viele schwören darauf, ihre Vierbeiner vegetarisch oder gar vegan zu ernähren. Ich persönlich bin dem eher abgeneigt, da ich meinem Tier nicht seine natürliche Ernährung verweigern möchte. Da ein Hund aber nicht jeden Tag Fleisch braucht, um ein langes und gesundes Leben zu führen, spricht sicherlich nichts dagegen, seinem Hund ab und zu pflanzliche Alternativen anzubieten. Dies sollte jedoch in Absprache mit dem eigenen Tierarzt geschehen und mit regelmäßigen Kontrollterminen verbunden werden.

Zwei Mal überlegen

Auch wenn Artikel wie Halsbänder oder Hundekörbchen im Vergleich zum Futter einen deutlich geringeren Einfluss auf den ökologischen Pfotenabdruck nehmen, so lohnt es sich doch ab und zu zu überlegen, ob eine neue Leine oder ein sechstes Hundespielzeug wirklich nötig ist. Und auch bei diesen Artikeln lassen sich nachhaltige Alternativen finden.

In der Umgebung bleiben

Auch wenn es natürlich viel angenehmer ist, mit dem Hund in Wälder zu fahren, wo dieser gegebenenfalls sogar ohne Leine laufen und sich austoben kann, sollte man tägliche Autofahren (mit Hund) dem Klima zu Liebe besser bleiben lassen. Spaziergänge im Stadtpark und im Umland sind auch schön und sind deutlich umweltfreundlicher. Alternativ können Radtouren mit Hund eine Möglichkeit sein, den Vierbeiner ordentlich auszupowern.

Die Größe macht’s

Je größer der Hund, desto größer auch sein Futterkonsum. Umso größer wird auch der ökologische Pfotenabdruck. Wenn man also vor der Entscheidung steht, sich einen Hund anzuschaffen, dann sollte man sich die Frage stellen, ob einem nicht auch ein kleinerer Hund ausreicht.

Quellen

https://www.myclimate.org/de/informieren/faq/faq-detail/was-ist-ein-oekologischer-fussabdruck/

https://www.diepresse.com/5894168/okologischer-pfotenabdruck

https://www.smarticular.net/oekologischer-pfotenabdruck-zero-waste-plastikfrei-hund/

https://www.bundjugend.de/oekologischer-fussabdruck/

https://www.wuff.eu/wp/oekologischer-pfotenabdruck/

https://www.br.de/wissen/hunde-umwelt-belastung-oekobilanz-co2-oekologischer-pfotenabdruck-100.html

https://www.zzf.de/presse/meldungen/meldungen/article/zahl-der-heimtiere-bleibt-auch-2018-stabil-1.html